Am Wochenende 17. und 18. Juni 2016 trafen sich über 200 internationale Teilnehmer in Ferrara, Italien, um sich durch namhafte Referenten über die Vorteile und Möglichkeiten von Ultra-Short-Implantaten fortbilden zu lassen. 
Das exklusive Rahmenprogramm bei Lamborghini und Ducati sowie die Abendveranstaltung am Samstag im historischen Castel rundeten eine außergewöhnliche Fortbildungsveranstaltung ab.
Das Forum selbst fand im prachtvollen Barocktheater der UNESCO-Weltkulturerbestadt Ferrara statt.

Das 1. Europäische Forum für Ultra-Short Implants, organisiert durch das Implant Dentistry Center (IDC) in Italien und unterstützt durch die Firma Bicon, stand unter dem Motto "Ultra-Short Implants" und verband praktische und wissenschaftliche Aspekte zur sofortigen Umsetzung in der Praxis. 
Das wissenschaftliche Komitee wurde von Professor Dr. Dr. Rolf Ewers und Professor Dr. Mauro Marincola als Co-Präsidenten geleitet und setzte sich aus namhaften Experten zusammen, welche neueste Forschungskenntnisse mit praktischen Aspekten kombinierten. 
Im Fokus standen dabei die knöcherne Regeneration sowie die biomechanischen Prozesse bei Implantation von Ultra-Short-Implantaten bei gleichzeitiger Vermeidung von Knochenaufbaumaßnahmen.
Zusätzliche Bedeutung gewann der Kongress vor allem durch die 11. Europäische Konsensuskonferenz in Köln Anfang des Jahres. Dort hatte man sich unter der Federführung von Priv. Doz. Dr. Jörg Neugebauer zu einem gemeinsamen Papier über kurze, angulierte und durchmesserreduzierte Implantate verständigt. 
Die Tragweite des Konsensuspapiers, welches beschreibt, dass es zahlreiche Indikationen für Ultra-Short-Implantate (als Ultra-Short-Implantate gelten Implantate kürzer als 6mm) bei gleichzeitigem Verzicht auf Augmentationsverfahren gibt, ist noch nicht absehbar.
Allerdings dürften viele Chirurgen vor allem in Deutschland hellhörig werden, da Patienten nun über diese Alternative zur Standardimplantation mit Augmentationsverfahren aufgeklärt werden müssen.

Der Freitag galt als Pre-Congress mit renommierten Referenten. Gastgeber am Freitag war die Firma Automobili Lamborghini Holding S.p.A. in Sant’Agata Bolognese zwischen Bologna und Modena. Es fand eine Führung durch das gerade erst eröffnete Museum und die Produktionshallen statt, die einen exklusiven Einblick in die Lamborghini- Manufaktur gab. Noch im Hauptsitz der Firma Lamborghini wurden für die deutschsprachigen Teilnehmer zwei Auftaktvorträge zum Kongressthema gehalten. 
Für die deutschsprachige Reisegruppe sprachen Dr. Alfons Eißing und Prof. Dr. Dr. Rolf Ewers. Bei regen Diskussionen, die u. a. von Prof. Mauro Marincola, Dr. Frank Kistler und Dr. Stefan König fachlich ergänzt wurden, sind bereits hier die wichtigsten Themen des Forums umrissen worden.
Gesteigert wurde dieser Tag durch ein spektakuläres Abendessen im Innenhof des Castello Estense. In der einzigartigen Burganlage aus dem 14. Jahrhundert der damals mächtigen Familie Este im Herzen Ferraras wurden den Gästen höfische Tänze, Fahnenträgerakrobatik und Schwertkämpfe dargeboten, währenddessen man sich am Bufett laben durfte. 
Bis spät in den Abend genossen die Teilnehmer das milde Wetter und die großartige Kulisse der Burg.

Am Samstag, dem 18. Juni, wurde der Internationale Kongress im Theatro Ferrara (im Jahre 1798 eröffnet) durchgeführt. Die Redner des 1. Europäischen Forums für Ultra-Short Implants machten vor allem deutlich, dass die Bicon Ultra-Short-Implantate mit ihrer besonderen Geometrie und dem damit einhergehenden chirurgischen Vorgehen in Kombination mit den einzigartigen prothetischen Versorgungsmöglichkeiten eine echte Alternative zu implantologischen Standardversorgungen mit Augmentationen sind.
So sprach Dr. Rainier Urdaneta in seinem Vortrag über die Knochenremineralisierung nach implantologischer Versorgung durch Ultra-Short Implants.
Eindrücklich zeigte er dabei klinische Ergebnisse aus jahrelangen Studien, die die Knochenneubildung um die Implantate auch im krestalen Bereich zeigten. 
Zusätzlich belegte Urdaneta, dass die nach unten sphärisch gestalteten Titan-Abutmentbasen der BiconImplantate einen entscheidenden Einfluss auf die Hart- und Weichgeweberegeneration haben. 
Hier mache man sich das Prinzip, wonach der Knochen bei Belastung durch die in Funktion stehenden Implantate remineralisiert bzw. erhalten bleibt, auch für die prothetischen Aufbauten zunutze. Die Krafteinleitung, die mittels dieser Abutments über das Weichgewebe auf den krestalen Knochen wirkt, fördere zusätzlich die Knochenneubildung, so Urdaneta.

Das spannende und abwechslungsreiche Wochenende machte deutlich, dass weniger bzw. kürzer manchmal mehr ist. Das ist eine gute Nachricht für Patienten, denen in Zukunft invasive chirurgische Eingriffe zunehmend erspart bleiben können.

Georg IsbanerEditorialista specializzato in implantologia, chirurgia orale e tecnologia dentale